Feuerlöscher für Betriebe: So gehen Sie die Auswahl richtig an
Im Betrieb sind Feuerlöscher Teil des Brandschutzes, nicht dessen Ersatz. Wie viele und welche Geräte nötig sind, ergibt sich aus einer individuellen Beurteilung – nicht aus einer Faustregel pro Quadratmeter.

Warum es keine Pauschallösung gibt
Welche Geräte ein Betrieb braucht, hängt von vielen Faktoren ab: Art und Menge der Brandlasten, Raumgrößen und -aufteilung, Anzahl und Kenntnisstand der Beschäftigten, Behördenauflagen, Versicherungsbedingungen und bestehende Brandschutzeinrichtungen. Deshalb nennen wir hier bewusst keine Anzahl von Geräten pro Fläche.
Legen Sie die Ausstattung gemeinsam mit einer fachkundigen Stelle fest, etwa Ihrer Brandschutzbeauftragten Person, der Sicherheitsfachkraft, einem befugten Wartungsbetrieb oder der zuständigen Behörde. Deren Vorgaben gehen allgemeinen Ratgebern vor.
Vorgehen in fünf Schritten
- Brandgefahren je Bereich erfassen: Büro, Lager, Werkstatt, Küche, Technikräume, Außenbereiche.
- Brandklassen je Bereich zuordnen (A, B, C, D, F) und daraus das passende Löschmittel ableiten.
- Löschvermögen und Anzahl nach der Planung festlegen – nicht nach Bauchgefühl.
- Aufstellorte gut sichtbar, erreichbar und gekennzeichnet wählen, möglichst an Ausgängen und Fluchtwegen.
- Beschäftigte unterweisen, Brandschutzhelfer benennen, regelmäßige Überprüfung organisieren.
Löschmittel nach Bereich – worauf achten
Pulver deckt viele Klassen ab, verursacht aber massive Rückstände und Sichtbehinderung. In Büros und Verkaufsräumen sind Schaumlöscher (A/B) häufig die praxisnähere Wahl. CO₂ ist rückstandsfrei, aber nur für Klasse B und in kleinen Räumen gefährlich. Küchen mit Fritteusen brauchen ein Gerät mit F-Kennzeichnung – ein solches führen wir derzeit nicht im Sortiment. Metallbrände (D) erfordern Sonderlöschmittel.
Menschen sind entscheidend
Ein Feuerlöscher nützt nur, wenn jemand ihn sicher bedienen kann. Die DGUV Information 205-001 zum betrieblichen Brandschutz zeigt, wie wichtig praktische Übung ist. Unterweisungen sollten die Bedienung der tatsächlich vorhandenen Geräte, die Grenzen des Löschens und vor allem Alarmierung und Evakuierung umfassen.
Beschaffung über uns
Für größere Mengen oder gemischte Ausstattung können Sie eine Angebotsanfrage per E-Mail stellen. Nennen Sie Modelle und Stückzahlen – bei Bedarf auch Ihre Rechnungsdaten. Eine Brandschutzplanung ersetzt unser Angebot nicht.
Auswahl-Checkliste
- Gibt es behördliche Auflagen oder Vorgaben der Versicherung?
- Sind alle Bereiche und ihre Brandklassen erfasst?
- Passt jedes Gerät (Löschmittel, Kennzeichnung, Temperaturbereich) zu seinem Aufstellort?
- Sind Aufstellorte gekennzeichnet und frei zugänglich?
- Sind Beschäftigte unterwiesen und Brandschutzhelfer benannt?
- Ist die regelmäßige Überprüfung durch eine fachkundige Stelle organisiert?
Geräte zu diesem Thema
- 9 L Dauerdruck-Schaum-Feuerlöscher, fluorfrei (FM9-FF)
- 9 kg Dauerdruck-Pulver-Feuerlöscher (PD9E-E)
- 12 kg Auflade-Pulver-Feuerlöscher (GPD12E)
- 5 kg CO₂-Feuerlöscher, Stahlbehälter (CO5C)
- 50 kg Dauerdruck-Pulver-Feuerlöscher, fahrbar (PD50E)
Technische Angaben laut Herstellerdatenblatt des jeweiligen Modells, verlinkt auf der Produktseite.
Weitere Ratgeber
Quellen · Stand September 2026
- Österreichischer Bundesfeuerwehrverband – Handbuch, Sachgebiet 6: Brandklassen und Löschmittel (öffnet in neuem Tab)
- DGUV Information 205-001 „Betrieblicher Brandschutz in der Praxis“ (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) (öffnet in neuem Tab)
- Hersteller-Produktdatenblätter (Victory ZX) der jeweiligen Modelle – verlinkt auf den Produktseiten
Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Brandschutzplanung, behördliche Vorgaben oder die Bedienungsanleitung des Geräts. Maßgeblich ist immer die Kennzeichnung auf dem jeweiligen Feuerlöscher.