Auflade- oder Dauerdrucklöscher? Der Unterschied einfach erklärt
Bei Pulverlöschern begegnen Ihnen zwei Begriffe: Auflade und Dauerdruck. Beide beschreiben nur, wie der Druck im Gerät entsteht. Welche Brände ein Gerät löschen darf, sagen dagegen die Brandklassen auf dem Etikett.

Dauerdrucklöscher
Beim Dauerdrucklöscher steht der gesamte Behälter ständig unter Druck. Löschmittel und Treibgas befinden sich gemeinsam im Behälter. Unsere Dauerdruck-Pulvergeräte (PD2-A, PD6E-E, PD9E-E, PD12E-E) haben laut Datenblatt einen Betriebsdruck von 14 bar bei 20 °C. Ein Manometer zeigt an, ob der Druck im grünen Bereich liegt.
Vorteil: Die Handhabung ist einfach, das Gerät ist nach dem Ziehen der Sicherung sofort einsatzbereit. Nachteil: Ein schleichender Druckverlust ist möglich, deshalb die Druckanzeige regelmäßig ansehen.
Aufladelöscher
Beim Aufladelöscher steht der Behälter im Ruhezustand nicht unter Druck. Das Treibgas sitzt in einer separaten Kartusche. Erst beim Betätigen wird die Kartusche geöffnet und der Behälter „aufgeladen“. Bei unseren Geräten GPD9 und GPD12E ist das laut Datenblatt eine CO₂-Kartusche mit 200 g bzw. 225 g.
Vorteil: Der drucklose Behälter wird im Ruhezustand weniger beansprucht. Nachteil: Die Bedienung hat einen zusätzlichen Schritt – erst aufladen, kurz warten, dann löschen. Das sollte man einmal geübt oder zumindest in der Bedienungsanleitung gelesen haben.
Was sich nicht unterscheidet
Die Bauart sagt nichts darüber aus, ob ein Gerät „besser löscht“. Das Löschvermögen steht als Kombination aus Zahl und Buchstabe auf dem Etikett, z. B. 55A/233B/C. Ein Dauerdruck- und ein Aufladegerät gleicher Größe können vergleichbare Werte haben, müssen es aber nicht. Maßgeblich ist das Datenblatt des konkreten Modells.
Fahrbare Geräte
Auch bei fahrbaren Löschern mit 50 kg gibt es beide Bauarten: das Modell PD50E als Dauerdruck, das Modell GPD50 mit externer Treibgasflasche. Fahrbare Geräte sind für größere Brandlasten in Hallen, Lagern oder Betrieben gedacht und erfordern eingewiesene Bedienpersonen.
Auswahl-Checkliste
- Zuerst die nötigen Brandklassen und das Löschvermögen festlegen – danach die Bauart.
- Wer bedient das Gerät? Für ungeübte Personen ist die einfachere Bedienung ein Argument.
- Wie wird gewartet? Fragen Sie Ihre Wartungsfirma nach Aufwand und Kosten je Bauart.
- Aufstellort: Druckanzeige bei Dauerdruckgeräten gut sichtbar halten.
Geräte zu diesem Thema
- 6 kg Dauerdruck-Pulver-Feuerlöscher (PD6E-E)
- 9 kg Dauerdruck-Pulver-Feuerlöscher (PD9E-E)
- 9 kg Auflade-Pulver-Feuerlöscher (GPD9)
- 12 kg Auflade-Pulver-Feuerlöscher (GPD12E)
- 50 kg Dauerdruck-Pulver-Feuerlöscher, fahrbar (PD50E)
- 50 kg Auflade-Pulver-Feuerlöscher, fahrbar (GPD50)
Technische Angaben laut Herstellerdatenblatt des jeweiligen Modells, verlinkt auf der Produktseite.
Weitere Ratgeber
Quellen · Stand September 2026
- Österreichischer Bundesfeuerwehrverband – Handbuch, Sachgebiet 6: Brandklassen und Löschmittel (öffnet in neuem Tab)
- DGUV Information 205-001 „Betrieblicher Brandschutz in der Praxis“ (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) (öffnet in neuem Tab)
- Hersteller-Produktdatenblätter (Victory ZX) der jeweiligen Modelle – verlinkt auf den Produktseiten
Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Brandschutzplanung, behördliche Vorgaben oder die Bedienungsanleitung des Geräts. Maßgeblich ist immer die Kennzeichnung auf dem jeweiligen Feuerlöscher.