CO₂-Feuerlöscher: rückstandsfrei, aber mit klaren Grenzen
CO₂-Löscher hinterlassen keine Rückstände. Das macht sie für bestimmte Anwendungen attraktiv. Sie sind aber keine Universallösung – und Kohlendioxid selbst ist in geschlossenen Räumen gefährlich.

Wie CO₂ löscht
Kohlendioxid verdrängt den Sauerstoff an der Brandstelle und erstickt so die Flamme. Das Gas verflüchtigt sich danach vollständig, es bleiben keine Löschmittelrückstände zurück.
Die CO₂-Löscher in unserem Sortiment (CO2C mit 2 kg, CO5C mit 5 kg) sind laut Herstellerdatenblatt für Brandklasse B gekennzeichnet, mit einem Löschvermögen von 34B bzw. 89B. Die Entleerungsdauer ist kurz: etwa 6 bzw. 11 Sekunden.
Wofür CO₂ geeignet ist
- Brände brennbarer Flüssigkeiten (Klasse B), z. B. in Werkstätten oder Laboren.
- Situationen, in denen Rückstände unbedingt vermieden werden sollen – sofern die Kennzeichnung des Geräts zum Einsatzfall passt.
Grenzen und Gefahren
Für Glutbrände fester Stoffe (Klasse A) ist CO₂ nicht vorgesehen: Die Flamme kann erlöschen, die Glut aber weiterbrennen und sich wieder entzünden.
Hohe CO₂-Konzentrationen sind lebensgefährlich. In kleinen oder schlecht belüfteten Räumen kann schon ein einzelnes Gerät eine gefährliche Konzentration erzeugen. Nach dem Einsatz: Raum verlassen, gegen Betreten sichern und erst nach Freigabe durch Feuerwehr oder zuständige Fachkundige wieder betreten. Bloßes Lüften ist keine Freigabe. Ob ein CO₂-Löscher für einen bestimmten Raum vertretbar ist, hängt von Raumgröße, Lüftung und Nutzung ab und gehört in die Brandschutzplanung – eine pauschale Freigabe nach Quadratmetern gibt es dafür nicht.
Auch für Server- oder EDV-Räume ist CO₂ keine pauschale Empfehlung. Dort sind häufig Löschanlagen, Abschaltkonzepte und organisatorische Maßnahmen gefordert, die individuell zu planen sind.
Beim Auslösen kühlt das Düsenrohr stark ab – nur am vorgesehenen Griff halten. Für Metall- und Fettbrände ist CO₂ nicht geeignet. Für elektrische Anlagen gilt nur die ausdrückliche Kennzeichnung am Gerät samt Mindestabstand.
Gewicht beachten
CO₂-Geräte sind wegen des hohen Betriebsdrucks (laut Datenblatt 65 bar) mit einem massiven Stahlbehälter gebaut. Das 5-kg-Gerät wiegt insgesamt rund 15 kg, das 2-kg-Gerät knapp 7 kg.
Auswahl-Checkliste
- Ist Brandklasse B das relevante Risiko?
- Ist der Raum groß und gut belüftet genug? Im Zweifel fachlich prüfen lassen.
- Gibt es zusätzlich feste Brandlasten (A)? Dann wird ein weiteres, dafür geeignetes Gerät benötigt.
- Kann das Gerät sicher gehalten und getragen werden?
- Kennzeichnung für elektrische Anlagen prüfen, falls relevant.
Geräte zu diesem Thema
Technische Angaben laut Herstellerdatenblatt des jeweiligen Modells, verlinkt auf der Produktseite.
Weitere Ratgeber
Quellen · Stand September 2026
- DGUV Information 205-034 „Einsatz von Kohlendioxid (CO₂)-Feuerlöschern in Räumen“ (öffnet in neuem Tab)
- Österreichischer Bundesfeuerwehrverband – Handbuch, Sachgebiet 6: Brandklassen und Löschmittel (öffnet in neuem Tab)
- DGUV Information 205-001 „Betrieblicher Brandschutz in der Praxis“ (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) (öffnet in neuem Tab)
- Hersteller-Produktdatenblätter (Victory ZX) der jeweiligen Modelle – verlinkt auf den Produktseiten
Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Brandschutzplanung, behördliche Vorgaben oder die Bedienungsanleitung des Geräts. Maßgeblich ist immer die Kennzeichnung auf dem jeweiligen Feuerlöscher.